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Unna, 26. Mai 2019

Unnaer Feuerwehr für Waldbrände gerüstet

Durch Klimawandel steigt die Gefahr von Wald- und Flächenbränden
Feuerwehr Unna
Pressemitteilung der Kreisstadt Unna
2018 war das Rekordjahr für Waldbrände im Bundesland Brandburg. Die Ursache: Die Winter sind insgesamt feuchter geworden und die Sommer trockener. Vor diesem Hintergrund steigt das Risiko von Wald- und Grasflächenbränden in Deutschland. Deshalb hat der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) darauf hingewiesen, dass die Feuerwehren gut für einen Gebäudebrand ausgerüstet seien, nicht jedoch für einen Brand im Freien. Die Tanklöschfahrzeuge seien oft zu schwer und nicht geländetauglich, moniert der DFV. Auch müsse die Ausbildung sich an die neue Gefahrenlage anpassen.

Konzept für Wald- und Flächenbrände
Vor Jahren schon hat die Feuerwehr Unna ein Konzept für Wald- und Flächenbrände aufgestellt. „Zum Glück ist es noch nicht zum Einsatz gekommen“, sagt Unnas Stadtbrandinspektor Hendrik zur Weihen. Sehr wohl sieht er die Feuerwehr der Stadt Unna für Wald- oder Flächenbrände gut gerüstet, nennt aber auch den Bedarf einer entsprechenden Ausbildung der Feuerwehrkräfte. „Die Ausbildung für Brände in der Vegetation unterscheidet sich deutlich von der Ausbildung zur Brandbekämpfung in Gebäuden“, sagt zur Weihen. Denn gerade bei Wald- und auch Flächenbränden gelte es zur erkennen, in welche Richtung sich das Feuer bewegt und welche Faktoren die Ausbreitung beeinflussen. Auch Thermik und auch Rauchentwicklung seien „Einsatzkräfte der Feuerwehr können hier schnell in große Gefahr geraten“, sagt zur Weihen.
Auf der technischen Seite stehen den Einsatzkräften der Unnaer Feuerwehr zwei kleinere, wendigere und vor allem leichtere Löschfahrzeuge zur Verfügung, die nicht im Waldboden einsacken und auch eine Einfahrt in die zum Teil vorhandenen Wege ermöglichen. Diese seien aber dennoch in der Lage, größere Mengen Wasser zu transportieren, zum Beispiel von einem Übergabepunkt mit anderen Fahrzeugen nahe an den eigentlichen Einsatzort (Brand).

Nah ans Feuer
Zudem bestehe die Möglichkeit, die Löschschläuche an Güllewagen von Landwirten anzuschließen. „Die Güllefässer können eine Menge Wasser aufnehmen und auch abseits der Straßen und Wege abgeben“, erklärt zur Weihen. Das kleine und leichtere Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) fasst 800 Liter Wasser (rund vier Badewannen voll). Dagegen kann das Tanklöschfahrzeug rund 3000 Liter Wasser aufnehmen. Um im Gelände beweglicher zu sein, gibt es leichtere Löschschläuche mit kleineren Strahlrohren, die vom Durchmesser her kleiner sind. Dennoch sind sie in der Lage, 25 Liter in der Minute abzugeben. „Wir haben so die Möglichkeit, nah an das Feuer heranzukommen“, erklärt zur Weihen.
Auch die Prävention müsse verbessert werden. Hier seien die Feuerwehren auf die Mitarbeit der Forstwirtschaft angewiesen. Wichtig seien mit Feuerwehrfahrzeugen befahrbare Waldbrandschneisen und ausgewiesene Löschteiche. Das brennbare Material auf dem Waldboden müsse begrenzt werden.

Tipps zur Vermeidung von Waldbränden
Über die Hälfte der Brände wird vorsätzlich oder fahrlässig verursacht. Der Deutsche Feuerwehrverband gibt deshalb fünf Tipps zum Vermeiden von Bränden:
  • Werfen Sie keine Zigaretten oder andere brennende Gegenstände in die Natur – erst recht nicht aus dem Fahrzeug! Schnell kommt es zu einem Böschungsbrand an Autobahnen und anderen Straßen.

  • Lassen Sie niemals Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen auf trockenen Feldern oder Wiesen stehen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Vegetation daran entzündet. Dies betrifft neben allen Modellen mit am Fahrzeugboden liegenden Katalysatoren (viele Pkw mit Otto-Motoren) künftig auch immer mehr Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro VI. Werden diese in den Regenerationsmodus geschaltet, können sehr hohe Temperaturen auftreten.
  • Beachten Sie auf jeden Fall das in vielen Wäldern geltende Rauchverbot! Grillen Sie in der Natur nur auf dafür ausgewiesenen Plätzen.
  • Respektieren Sie Verbote zum Beispiel in Waldbrand gefährdeten Gebieten.
  • Melden Sie Brände oder Rauchentwicklungen sofort über Notruf 112.
  • Hindern Sie Entstehungsbrände durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.

    (Pressemitteilung der Kreisstadt Unna)